Guide · Dokumentation
Bitcoin-Ausgaben dokumentieren: Steuer-Tools
Wer Bitcoin im Alltag ausgibt, erzeugt viele kleine Vorgänge: Gutschein hier, eSIM dort, Lightning-Zahlung zwischendurch. Dieser Guide stellt drei Tools vor, mit denen sich solche Vorgänge sammeln und in einen Report überführen lassen.
Keine Steuerberatung
Diese Seite ist keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Sie beschreibt Software und ihre öffentlich angegebenen Funktionen, nicht deinen Steuerfall. Individuelle Fragen gehören zu einer Steuerberaterin, einem Steuerberater oder zum Finanzamt.
Kurzantwort
CoinTracking, Blockpit und Koinly sind Programme, die Transaktionen aus Börsen, Wallets und Dateien zusammenführen und daraus einen Report erzeugen. Alle drei nennen auf ihren Seiten einen Report für Deutschland. Ob dein Wallet-Typ sauber importiert wird, prüfst du am besten mit einem kleinen Test. Für Lightning ist auf den geprüften Herstellerseiten bei keinem Anbieter eine Unterstützung ausdrücklich angegeben.
Warum das für Satszahlen relevant ist
Auf Satszahlen geht es darum, Bitcoin im Alltag auszugeben: direkt, per Lightning oder über Gutscheine. Jede dieser Ausgaben ist ein Vorgang mit Datum, Betrag, Gegenwert und Zweck. Wer regelmäßig kleine Beträge ausgibt, verliert ohne Aufzeichnung schnell den Überblick, welcher Kauf wann zu welchem Kurs stattfand.
Eine Aufstellung hilft aus praktischer Sicht: Du kannst später nachvollziehen, was du ausgegeben hast, und hast Unterlagen zur Hand, falls du Fragen von Fachleuten oder vom Finanzamt beantworten möchtest. Ob und wie Ausgaben steuerlich relevant sind, entscheidet sich im Einzelfall und wird hier nicht bewertet.
Neutral zur Einordnung: Private Veräußerungsgeschäfte sind in § 23 EStG geregelt, dort ist unter anderem eine Haltefrist von einem Jahr genannt. Was das für dich bedeutet, ist eine Frage für die persönliche Beratung.
Was du vor der Tool-Wahl zusammentragen solltest
Unabhängig vom Anbieter hilft eine kleine Checkliste. Je vollständiger die Ausgangsdaten, desto weniger Nacharbeit entsteht im Tool.
- Alle Quellen auflisten: Börsenkonten, Hardware-Wallets, Lightning-Wallets und Gutscheinanbieter.
- Bei Gutscheinkäufen Bestellbestätigung, Datum, gezahlten Bitcoin-Betrag und Euro-Wert des Gutscheins aufbewahren.
- Exportmöglichkeiten deiner Wallets prüfen: Manche bieten CSV, andere nur eine Anzeige im Verlauf.
- Eigene Überträge zwischen deinen Wallets markieren, damit sie nicht als Ausgabe erscheinen.
- Notizen zum Zweck ergänzen, etwa „Lebensmittel“ oder „Reisebuchung“.
Die drei Tools im Überblick
Quelle: jeweilige Herstellerseiten, geprüft am 23. Oktober 2026. Angaben wie Anzahl der Integrationen sind Herstellerangaben und können sich ändern.
CoinTracking
CoinTracking beschreibt sich als Krypto-Steuerrechner und Portfolio-Tracker und nennt als Gründungsjahr 2012. Nach Herstellerangaben lassen sich über 400 Börsen und Wallets per API anbinden oder per Datei importieren. Ein Report ist für über 100 Länder vorgesehen, Deutschland ist ausdrücklich genannt. Auf der Seite CoinTracking Steuerleitfaden Deutschland* erklärt der Anbieter selbst, wie er den deutschen Fall abbildet.
Zum Einstieg nennt CoinTracking einen Free-Plan mit siebentägiger Testphase und unbegrenzten Importen; Steuerreports setzen laut Preisseite einen bezahlten Plan voraus. Die Preisseite zeigt zudem einen 10-%-Rabatt auf Jahrespläne. Ob er bei dir greift, siehst du im Checkout. Konkrete Beträge nennen wir nicht, weil sie je nach Plan, Laufzeit und Währung wechseln: CoinTracking Preise*.
Transparenz: CoinTracking ist ein Partnerprogramm von Satszahlen. Wenn du über unsere mit * markierten Links ein kostenpflichtiges Upgrade abschließt, erhalten wir eine Provision. Für dich entsteht kein Mehrpreis. Mehr dazu unter Affiliate-Hinweis.
Die Importübersicht findest du bei CoinTracking Imports*. Lightning ist dort nicht als eigene Kategorie aufgeführt, soweit wir das prüfen konnten.
Blockpit
Blockpit richtet sich auf der deutschen Seite an Anleger und Steuerberater und gliedert den Ablauf in vier Schritte: Integrationen verbinden, Transaktionen prüfen, Steuern analysieren, Berichte erstellen. Der Hersteller nennt über 3.000 Börsen, Wallets und Blockchains und erlaubt zusätzlich den Import per Datei. Zu den Berichten zählt ein Krypto-Steuerbericht; als Werkzeuge werden unter anderem ein Haltefristen-Tracker und ein Verkaufssimulator genannt.
Wer lieber abgeben möchte, findet den „Expert Service“, bei dem Blockpit-Fachleute Portfolio und Bericht vorbereiten. Die aktuellen Tarife siehst du bei Blockpit Preise. Die Quellenliste steht bei Blockpit Integrationen. Blockpit stellen wir redaktionell vor, ohne Vergütung.
Koinly
Koinly verbindet sich nach eigenen Angaben mit über 900 Börsen, Wallets und Blockchains und berechnet daraus einen Bericht für Deutschland und Österreich. Auf der deutschen Startseite wirbt der Anbieter damit, Haltefrist und weitere Größen automatisch zu berechnen und fehlende Daten zu markieren. Das Preismodell ist nach Steuerjahr gestaffelt; die Berechnung selbst ist laut Hersteller kostenlos, bezahlt wird für den Abruf des Berichts.
Die Quellen findest du bei Koinly Integrationen, die Tarife bei Koinly Preise. Auch Koinly stellen wir redaktionell vor, ohne Vergütung. Die Startseite ist koinly.io.
Import: Börsen, Wallets, CSV und API
Alle drei Programme arbeiten nach dem gleichen Grundprinzip. Es gibt drei Wege, Daten hineinzubekommen:
- API: Du erzeugst bei der Börse einen Schlüssel mit Leserechten, das Tool holt die Historie ab. Praktisch bei Börsen, aber nicht für jede Quelle verfügbar.
- Öffentliche Adresse: Für viele Blockchains genügt die Wallet-Adresse oder ein erweiterter öffentlicher Schlüssel. Das Tool liest die On-chain-Historie.
- CSV oder Datei: Der universelle Weg, wenn es keinen Konnektor gibt. Hier lohnt sich ein Test mit wenigen Zeilen, damit Zeitstempel, Beträge und Gebühren richtig ankommen.
Für Alltagsausgaben bedeutet das: Gutscheinkäufe bei Anbietern wie Bitrefill erscheinen in deiner Wallet als ausgehende Zahlung. Das Tool sieht dann eine Auszahlung an eine Adresse, aber nicht den Gutschein. Zweck und Euro-Wert musst du in der Regel selbst ergänzen.
Lightning: was wir nicht belegen können
Lightning-Zahlungen laufen über Kanäle und tauchen nicht wie normale On-chain-Transaktionen in der Blockchain auf. Welche Wallets Daten exportieren, hängt vom jeweiligen Programm ab. Auf den von uns geprüften Seiten von CoinTracking, Blockpit und Koinly ist keine Lightning-Unterstützung ausdrücklich angegeben. Wir behaupten deshalb weder, dass sie funktioniert, noch, dass sie fehlt.
Wer viel per Lightning zahlt, sollte vor dem Kauf eines Plans klären, welche Exportdatei die eigene Wallet liefert, und diese im kostenlosen Einstieg als CSV testen. Im Zweifel hilft eine Rückfrage beim Hersteller.
Report für Deutschland
Alle drei Hersteller nennen einen Report für Deutschland. Die Programme setzen dabei auf Regeln, die sie selbst hinterlegen. Das Ergebnis ist ein Vorschlag auf Basis deiner Daten, kein geprüftes Ergebnis. Fehlende Anschaffungsdaten, nicht erkannte Überträge oder falsch zugeordnete Gebühren verändern den Report. Lass das Ergebnis deshalb von Fachleuten einordnen, bevor du irgendetwas einreichst.
Dabei ist die Rechtslage nicht Sache dieser Seite. Die Rechtsgrundlage zu privaten Veräußerungsgeschäften ist unter gesetze-im-internet.de (§ 23 EStG) einsehbar.
So gehst du praktisch vor
- Quellen sammeln. Liste alle Wallets, Börsen und Gutscheinanbieter auf.
- Klein starten. Importiere zuerst eine Quelle und prüfe, ob die Summen zu deiner Wallet passen.
- Eigene Überträge markieren. Bewegungen zwischen deinen eigenen Wallets sind keine Ausgaben.
- Ausgaben ergänzen. Ordne Gutschein- und Lightning-Zahlungen Datum, Euro-Wert und Zweck zu.
- Mit Fachleuten besprechen. Gib den Report an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater weiter, wenn du Fragen hast.
Was dieser Guide nicht leistet
- Er gibt keine Steuerberatung und keine Empfehlung, wie du Ausgaben angeben solltest.
- Er sagt nicht, dass Bitcoin-Ausgaben steuerfrei oder steuerpflichtig sind.
- Er garantiert nicht, dass ein Tool deine Wallet oder deine Lightning-Zahlungen vollständig importiert.
- Er nennt keine Preise, weil diese sich ändern; sie stehen auf den Herstellerseiten.
FAQ
Muss ich Bitcoin-Ausgaben dokumentieren?
Ob und in welchem Umfang das für dich nötig ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Das beantwortet Satszahlen nicht. Frag dazu eine Steuerberaterin, einen Steuerberater oder das Finanzamt. Unabhängig davon ist eine saubere Aufstellung mit Datum, Betrag und Zweck meist hilfreich.
Welches Tool ist das beste?
Das lässt sich pauschal nicht sagen. Entscheidend sind deine Quellen (Börsen, Wallets, CSV), der benötigte Report und das Preismodell. Alle drei Anbieter bieten laut ihren Seiten einen kostenlosen Einstieg beziehungsweise eine Testphase, mit der du die Importe prüfen kannst.
Unterstützen die Tools Lightning?
Auf den von uns geprüften Herstellerseiten ist Lightning-Unterstützung bei keinem der drei Tools ausdrücklich angegeben. Lightning-Zahlungen liegen oft nur im Verlauf deiner Wallet vor. Frag im Zweifel beim Hersteller nach und prüfe, ob ein CSV-Import möglich ist.
Ist Satszahlen mit den Anbietern verbunden?
Nur CoinTracking ist ein Partnerprogramm: Wir erhalten eine Provision, wenn du über unseren Link ein kostenpflichtiges Upgrade abschließt. Für dich entsteht kein Mehrpreis. Blockpit und Koinly stellen wir redaktionell vor, ohne Vergütung.
Ersetzt ein Tool die Steuerberatung?
Nein. Die Software berechnet auf Basis deiner importierten Daten und der hinterlegten Regeln. Wie du deinen Fall einordnest und angibst, klärst du mit Fachleuten oder dem Finanzamt.
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